Jugendschutz braucht mehr als gute Absichten

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Jugendschutz braucht mehr als gute Absichten

Die neuesten Zahlen zu den Alkohol- und Tabaktestkäufen im Kanton Solothurn geben wenig Anlass zur Entwarnung. Zwar sind die Quoten leicht gesunken. Trotzdem wird nach wie vor bei rund jedem dritten Testkauf Alkohol oder Tabak an Minderjährige verkauft. Wer diese Zahlen als Erfolg sieht, setzt die Messlatte für den Jugendschutz tief.

Bereits 2022 unterstrich der Regierungsrat in seiner Antwort auf meine Interpellation, dass Handlungsbedarf besteht und Prävention sowie Repression gleichermassen wichtig sind. Genau hier muss der Kanton konsequenter werden. Sensibilisierung allein genügt offensichtlich nicht. 

Es ist deshalb richtig, dass seit diesem Jahr fehlbare Betriebe die Verfahrenskosten tragen müssen und bei Wiederholungsfällen Strafanzeigen möglich sind. Entscheidend wird nun aber sein, diese Möglichkeiten konsequent anzuwenden und die Kontrollen nicht nur beizubehalten, sondern gezielt auszubauen. Wer den Umsatz über den Jugendschutz stellt, soll öfter kontrolliert werden.

Jugendschutz ist keine Schikane für das Gastgewerbe oder den Detailhandel, sondern eine Investition in die Gesundheit unserer Jugendlichen. Je früher junge Menschen mit Alkohol oder Nikotin in Kontakt kommen, desto grösser ist das Risiko einer späteren Abhängigkeit. Insbesondere werden die Risiken des Konsums von E-Zigaretten noch immer unterschätzt. Deshalb muss es das Ziel sein, die Verstösse deutlich zu reduzieren. Dafür braucht es neben Information auch wirksame Kontrollen und konsequente Sanktionen.

André Wyss, Rohr,
Kantonsrat EVP